Salalahs Klima im Jahresverlauf – wann ist die beste Reisezeit für den Süden Omans?
Der Oman ist ein Land mit ausgeprägten Jahreszeiten – und diese unterscheiden sich je nach Region deutlich. Während der Norden des Landes von klassischen Wüsten- und Gebirgsklimazonen geprägt ist, folgt der Süden Omans, rund um Salalah in der Region Dhofar, einem eigenen Rhythmus. Besonders bekannt ist diese Region für den sogenannten Khareef, eine sommerliche Monsunzeit, die es in dieser Form nur hier gibt. Wer eine Reise nach Salalah plant, sollte deshalb nicht nur auf Temperaturen schauen, sondern das Klima im Jahresverlauf verstehen. Denn je nach Monat zeigt sich der Süden Omans von einer völlig anderen Seite – klimatisch, landschaftlich und auch touristisch.
Januar & Februar: Angenehme Wintermonate
Die Monate Januar und Februar zählen zu den beliebtesten Reisezeiten für Salalah. Die Temperaturen liegen meist um die 25 bis 30 Grad, oft begleitet von einer leichten Brise. Das Klima ist trocken und gut geeignet für Ausflüge, Strandspaziergänge und längere Fahrten in die Umgebung. In seltenen Fällen können Sandstürme auftreten, die mehrere Stunden oder auch Tage andauern können. Währenddessen sind Outdoor-Aktivitäten eingeschränkt, was bei kürzeren Reisen berücksichtigt werden sollte.
März & April: Ruhiger Übergang in den Sommer
Im Frühling bleibt das Wetter weitestgehend stabil, die Temperaturen steigen langsam an. Das Meer ist in dieser Zeit ruhig und angenehm warm, was diese Monate besonders attraktiv für Badeurlaub macht. Durch die europäischen Osterferien ist der April teilweise touristisch stärker frequentiert. Für Reisende mit flexiblen Reisedaten bieten März und April dennoch insgesamt eine ausgewogene Mischung aus gutem Wetter und moderater Auslastung.
Mai & Juni: Hitze und steigende Luftfeuchtigkeit
Der Mai ist meist sehr heiß und trocken und wird von vielen europäischen Reisenden als anstrengend empfunden. Im Juni steigt zusätzlich die Luftfeuchtigkeit spürbar an, und erste Vorboten des Khareef zeigen sich in Form von Wolken, Nebel und vereinzeltem Nieselregen. Viele Hotels und Tourenanbieter beenden ihre Hauptsaison bereits Anfang Mai, da die Nachfrage aus Europa deutlich zurückgeht und sich der Fokus zunehmend auf den regionalen Markt verlagert.
Juli & August: Khareef – der grüne Sommer Salalahs
Der Khareef-Monsun ist das klimatische Alleinstellungsmerkmal Salalahs. Während dieser Monate sinken die Temperaturen auf etwa 20 bis 25 Grad, gleichzeitig herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Statt heftiger Regenschauer gibt es meist anhaltenden Nieselregen, dichten Nebel und eine dauerhaft feuchte Luft.
Die Landschaft verwandelt sich in eine grüne Oase mit Wasserfällen, saftigen Hügeln und Nebelschwaden entlang der Küste. Diese Zeit ist Hochsaison für Reisende aus den Golfstaaten, da Salalah im Vergleich zu anderen Regionen deutlich kühler ist. Entsprechend sind Unterkünfte oft früh ausgebucht, und die Preise erreichen in diesen Sommermonaten – insbesondere rund um Juli und August – ihr Jahreshoch.
Für europäische Besucher ist diese Phase eher ungewöhnlich, da Baden im Meer häufig nicht möglich ist und die Stadt insgesamt sehr belebt ist.
September: Übergang von Grün zu Trockenzeit
Im September zieht sich der Monsun langsam zurück. Die Temperaturen steigen wieder an, bleiben aber meist moderat. Die Berge sind noch grün, Wasserfälle führen teilweise noch Wasser, und die Landschaft zeigt sich in einem seltenen Übergangszustand. Das Meer kann zu Beginn des Monats noch unruhig sein, wodurch das Baden nicht möglich ist. Wer Salalah in seiner grünen Phase erleben möchte, findet im September ein zeitlich begrenztes, aber sehr besonderes Fenster – mit meist geringerer Auslastung als in den Hochsommermonaten.
Oktober & November: Stabiles Wetter und ruhiges Meer
Mit dem Oktober beginnt die klassische Reisezeit für viele internationale Gäste. Die Temperaturen liegen meist zwischen 30 und 35 Grad, das Wetter ist trocken und stabil, und das Meer eignet sich in der Regel ab Mitte des Monats gut zum Baden. Auch hier spielen Ferienzeiten eine Rolle: In den Herbstferien steigt die Nachfrage spürbar an. Außerhalb dieser Zeit bieten Oktober und November jedoch sehr gut planbare Bedingungen für Strandtage und Ausflüge.
Dezember: Beginn der Hochsaison
Der Dezember markiert den Übergang in die Winterreisezeit. Die Temperaturen sind tagsüber angenehm warm, das Klima meist trocken. Durch die Weihnachtsferien steigt die Nachfrage deutlich an, viele Hotels sind gut gebucht.
Wichtig zu wissen: Sobald die Sonne untergeht, kann es deutlich abkühlen. Während man morgens beim Frühstück oft schon im T-Shirt sitzt, fühlt sich der Abend – insbesondere in Meeresnähe oder in höheren Lagen – schnell frisch an. Für das Abendessen oder Spaziergänge nach Sonnenuntergang empfiehlt sich daher ein Pullover oder eine leichte Jacke. In dieser Zeit ist Salalah stark auf internationale Gäste eingestellt, teils auch mit saisonaler Dekoration in den Resorts.
Fazit: Die beste Reisezeit hängt vom Reisegrund ab
Salalah ist keine Ganzjahresdestination im klassischen Sinne – sondern eine Region mit sehr unterschiedlichen Gesichtern, abhängig von Klima, Nachfrage und Reisezeit.
- Für Badeurlaub und planbares Wetter: Oktober bis April
- Für milde Temperaturen im Winter: Januar und Februar
- Für grüne Landschaften und außergewöhnliche Natur: September
- Für das besondere Monsunerlebnis: Juli und August
Zusätzlich sollten Ferienzeiten in Europa sowie regionale Hochphasen im Sommer berücksichtigt werden, da sie sich deutlich auf Preise und Verfügbarkeit auswirken können. Auch der Ramadan spielt eine Rolle: Er verschiebt sich jedes Jahr und kann je nach Zeitraum Einfluss auf Öffnungszeiten, Tagesabläufe und das öffentliche Leben haben – ohne jedoch eine Reise grundsätzlich einzuschränken. Wer weiß, was er sucht, kann Salalah fast zu jeder Jahreszeit passend erleben. Entscheidend ist nicht die eine „beste“ Reisezeit – sondern die richtige für die eigenen Erwartungen.
Gastbeitrag von Anissa Kirch.
Vielen Dank dafür!
